Brief aus Berlin 12. Ausgabe 2015GesundheitSterbehilfe

Sterbebegleitung

Wie wir am Ende des Lebens entscheiden

Im Plenum haben wir uns in dieser Woche mit einem sensiblen Thema befasst, das mich auch persönlich sehr berührt. Nachdem die emotionale Debatte um die Sterbehilfe im Herbst letzten Jahres begann, wurde es jetzt konkreter.

Dem Bundestag liegen vier fraktionsübergreifende Gruppenanträge vor. Sie reichen vom vollständigen Verbot der Suizidbeihilfe bis zur weitgehenden Legalisierung. Obwohl sich die Forderungen teils gravierend unterscheiden, geht es allen Abgeordneten darum, mit ihren Anträgen ein menschenwürdiges Sterben zu ermöglichen. Viele Patienten fürchten lange Schmerzen und Fremdbestimmtheit am Ende ihres Lebens. Nun wird im November jeder Abgeordnete frei nach seinem Gewissen über die Anträge entscheiden. Schon die gesetzliche Regelung zur Patientenverfügung 2009 war ein wichtiger Schritt, die Selbstbestimmung im hohen Alter oder trotz langer Krankheit zu wahren. Nun geht es u. a. um die Frage, inwieweit Ärzte dem Suizidwunsch eines Patienten entsprechen können und wie sie in solchen Fällen rechtlich abgesichert sind. Auch die Problematik der organisierten Sterbehilfe ist ein zentraler Punkt. Ich persönlich finde es wichtig, dass die geltenden Regelungen zur Straflosigkeit der Beihilfe zum Suizid grundsätzlich unberührt bleiben. Eine so genannte geschäftsmäßige Suizidbeihilfe lehne ich jedoch ab. Wenn der Patient das Gefühl hat, er falle den Angehörigen nur noch zur Last und dann das schnelle Sterben als „normale Behandlungsoption“ in Erwägung zieht, kann ich das nicht vertreten.

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