David Schumann

„Eine lehrreiche Zeit im lebendigen Herzen unserer Demokratie“

MdB Ute Bertram mit ihrem Praktikant David Schumann vor der Spree

Es war ein warmer, sonniger Tag am Ende des August 2015 als mein 6-wöchiges Praktikum im Büro von Ute Bertram begann. Die Büromitarbeiter begrüßten mich freundlich und Frau Schnurstein machte mir die Freude, sich viel Zeit für eine Führung durch die Gebäude des Deutschen Bundestages zu nehmen. Im Büro von Frau Bertram findet man eine sehr angenehme Arbeitsatmosphäre vor. Geduldig wurden mir die administrativen und inhaltlichen Aufgaben des Büros nahegebracht. Der immense Posteingang machte mir klar, mit welcher Vielzahl an Terminoptionen ein/e Bundestagsabgeordnete/r konfrontiert ist. Es gibt wohl wenige Tätigkeitsfelder, in denen Menschen so vielseitig informiert sein müssen, um ihre Arbeit gut zu machen, wie das der Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Zu meiner Freude wurden mir neben der Registrierung des Posteingangs bald auch inhaltliche Arbeitsaufträge und Beiträge zur Öffentlichkeitsarbeit übertragen. Ich verfasste Beiträge für die persönliche Homepage von Frau Bertram, u. a. zu Benefizveranstaltungen, Raubkunst, Ressourcenschonung, Reanimation bei Herzstillstand und einen Aufruf zur Schulhofgestaltung. Für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde, indem mir die inhaltliche Recherche zur Vorbereitung von Podiumsdiskussionen und sonstigen Veranstaltungen übertragen wurde, bin ich sehr dankbar. Diese Arbeit war für mich ein guter Anlass zu lernen, zeiteffizient das Wesentliche in einem Zusammenhang zu erfassen und verständlich zu vermitteln.

In der Zeit meines Praktikums war der öffentliche Diskurs dominiert von den Flüchtlingswellen aus Nahost und Afrika. Fast alle Bereiche der parlamentarischen Arbeit schienen auf die eine oder andere Weise von diesem Thema ergriffen zu sein. Diese Krisenpolitik zu erleben, war eine aufschlussreiche Nahschau von Möglichkeiten und Grenzen der politischen Willensbildung.

Besonders spannend waren die Treffen der Arbeitsgruppen innerhalb der Fraktion. Hier wurden im Klartext intensiv Argumente ausgetauscht. Die Sitzungen der Ausschüsse für Gesundheit sowie Kultur und Medien waren sehr informativ, weil nicht selten auch Experten mit gegensätzlichen Meinungen eingeladen und angehört wurden und so eine anspruchsvolle inhaltliche Auseinandersetzung stattfand.

Gern begleitete ich Frau Bertram auch mit dem Fotoapparat zu Veranstaltungen und versuchte sie repräsentativ-klassisch oder authentisch „in-motion“ auf digitale Bilder zu bannen. Manchmal fragte ich mich, woher Ute Bertram diese Energie nimmt. Die ersten Termine in den Sitzungswochen beginnen um 8:00 Uhr morgens und nicht selten enden Abendveranstaltungen um 22:00 Uhr oder später. Dennoch machte sie stets einen frischen und kraftvollen Eindruck und war auch in angespannten Situationen immer freundlich und offen.

Das Praktikum hat mir großen Spaß gemacht und ich bedaure, dass ich mich nun von dem sympathischen „Team Bertram“ trennen muss. Ich kann ein Praktikum hier sehr empfehlen und hoffe, dass Ute Bertram auch nach dem Herbst 2017 noch viele Praktikanten in Berlin aufnehmen kann, wenn ihr Mandat als Bundestagsabgeordnete von den Wählern bestätigt wird! Ich möchte Frau Bertram herzlich für die Chance danken, diese lehrreiche Zeit im lebendigen Herzen unserer Demokratie zu erleben. Ich danke auch Herrn Berndt, dem Büroleiter, der mir mit großer Sachkompetenz, mit der Ruhe eines Politik-Profis und gesundem Humor begegnete. Die Unterhaltungen mit Frau Harder, vor allem zu kultur- und medienpolitischen Themen sowie zur Öffentlichkeitsarbeit, waren ebenfalls erhellend. Mein besonderer Dank gilt auch Frau Schnurstein, die mich mit großer Geduld und Nachsicht eingearbeitet und betreut hat.