Juro Avgustinović

Stipendiat des Internationalen Parlaments-Stipendiums

Ute Bertram mit ihrem Praktikant Juro Avgustinovic vor dem Reichstagsgebäude

Fünf unvergessliche Monate in der Hauptstadt Deutschlands

„Nach fünf Monaten endete meine Zeit als Stipendiat des Internationalen Parlaments-Stipendiums des Deutschen Bundestages (IPS) in Berlin. Das Ziel des Programms war, die parlamentarische Arbeit der Bundestagsabgeordneten mitzuerleben und politische Entscheidungsprozesse, den deutschen Parlamentarismus und die deutsche Regierungsform kennenzulernen.

Jetzt, nachdem ich in meine kroatische Heimat zurückgekehrt bin, kann ich sagen, dass ich mit großer Freude und Erfüllung auf die letzten Monate zurückschaue. Ich habe in dieser einzigartigen und beeindruckenden Zeit viel gelernt, Erfahrungen gesammelt, nette und interessante Menschen kennengelernt und sogar Freundschaften geschlossen.

Die letzten drei Wochen im Bundestag verliefen ruhig und entspannt, anders als während der Sitzungswochen. Die Sommerpause hatte schon begonnen und mit ihr näherte sich mein Praktikum und der Aufenthalt in Berlin dem Ende. Die Abgeordneten verließen langsam das Parlament und verlagerten ihre Arbeit in die Wahlkreise.

Während der fünf Monate meines Praktikums im Deutschen Bundestag habe ich viel erlebt, gelernt und mich als Mensch geändert. Allerdings wäre das nicht möglich ohne die Förderung und die Unterstützung von Frau Bertram und ihren Mitarbeitern im Berliner Abgeordnetenbüro. Sie waren sehr freundlich, offen und hilfsbereit, sodass ich mich sehr wohl fühlte und keine meiner Fragen unbeantwortet blieb. Deswegen sowie für das Gefühl, Ihrem Team anzugehören, möchte ich mich hiermit herzlich bedanken. Ebenfalls danke ich für die Bereitschaft, dieses Praktikum zu fördern und dabei politisch interessierte junge Menschen aus aller Welt auf ihrem Weg zu unterstützen.

In den Sitzungswochen konnte ich an interessanten Debatten der Abgeordneten über die wichtigsten Teilgebiete der Politik in Ausschüssen, Arbeitsgruppen und Plenarsitzungen teilnehmen. Dadurch bekam ich einen klaren Einblick in den Kern des politischen Geschehens und die Arbeitsweise des Deutschen Bundestages. Ich verstand, wie Gesetze zustande kommen und wieviel Arbeit die Abgeordneten und ihre Teams leisten müssen, um ihre Themenbereiche zu bearbeiten.

Der Höhepunkt meines Praktikums war die Wahlkreisreise. Im Juli verbrachte ich drei großartige Tage im Wahlkreis Hildesheim. Dabei lernte ich auch die freundlichen Mitarbeiterinnen im Wahlkreisbüro kennen und bekam einen Einblick in die politische Arbeit vor Ort. Ich begleitete Frau Bertram bei ihren Terminen und nahm auch an der spannenden Jahreshauptversammlung des CDU-Kreisverbandes in Alfeld teil. Bei solchen Gelegenheiten konnte ich wirklich feststellen, dass die Bürger und Bürgerinnen im Mittelpunkt standen. Man merkte, dass die Präsenz von Frau Bertram für die Menschen wichtig war, und dass die Kontakte mit den Bürgern ihren Arbeitsalltag prägten.

Im Rahmen des IPS nahm ich auch an zwei Studienseminarreisen nach Gummersbach und Berlin, an Veranstaltungen und aufschlussreichen Vorlesungen teil, lernte die Arbeitsweise und Aufgaben politischer Stiftungen kennen und besuchte einige politische Institutionen. Nebenbei belegte ich als Begleitprogramm zwei Seminare an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Obendrein habe ich während der Zeit in Berlin viele neue Kontakte geknüpft, neue Freundschaften geschlossen und meine deutschen Sprachkenntnisse verbessert. Das „Zusammenleben“ mit 120 Stipendiaten und Stipendiatinnen aus 31 Ländern ermöglichte mir, viel über ihre Kultur und Geschichte zu erfahren. Dabei lernte ich, einige Vorurteile abzubauen und die bestehenden Probleme aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Das IPS gab mir die Hoffnung, zuversichtlicher in die Zukunft blicken zu können. Jetzt liegt es an uns, motiviert durch die positive Erfahrung, an einer friedlicheren, gemeinsamen, schöneren und besseren Zukunft zu „basteln“.“